Startschuss für den dritten Bauabschnitt
Der Spatenstich für die Erweiterung des Solarparks in Görgeshausen ist gemacht. Am Montag, 24. November, ist mit dem symbolischen Akt auf der noch unbebauten Fläche nahe der ICE-Trasse und der Autobahn der Startschuss für den dritten Bauabschnitt gefallen.
Zunächst konnte Ortsbürgermeister Martin Bendel den Landtagspräsidenten von Rheinland-Pfalz, Hendrik Hering, und 35 weiter Gäste zur Präsentation der Energiegesellschaft Görgeshausen in der alten Schule willkommen heißen. Unter dem Titel „12 Jahre EGG- für alle ein Gewinn“ wurden nochmals die einzelnen Projekte und die erfolgreiche Strategie der EGG vorgestellt. Dabei wurden nochmals die besonderen Verdienste des ehemaligen Bürgermeisters Theodor Burkhard herausgestellt. Unser Gast aus Mainz würdigte das Engagement und die kluge Vorgehensweise der beiden Ortsbürgermeister Martin Bendel und Theodor Burkhard, zwei die das Projekt EGG besonders geprägt und vorangetrieben haben. Außerdem zollte er der kleinen Gemeinde im Westerwald großen Respekt für ihr verantwortungsvolles und vorausschauendes Handeln. Schon 2007 hat die Ortsgemeinde mit dem Ausbau erneuerbarer Energien begonnen und wurde von vielen als grüne Spinner abgetan. Heute ist der Ort Vorreiter im Westerwald und darüber hinaus – visionär, mutig und nah bei den Menschen. Insgesamt hat die EGG bisher 3,8 Mio € in erneuerbare Energie investiert und die Ortsgemeinde dabei 1,6 Mio € Erlöse erzielt, ohne Rückfluss des eingesetzten Kapitals. Mit der EGG leistet die Ortsgemeinde einen großen Beitrag für eine gemeinsame klimafreundliche und energiesichere Zukunft.
Insgesamt kann die Ortsgemeinde auf achtzehn Jahre Erfahrung mit PV-Anlagen als Dach- und Freianlagen zurückblicken. Dabei wurden 20.063.999 kWh Strom erzeugt und 9.108 to CO2 eingespart. Es konnten 5.733 Haushalte mit elektrischer Energie versorgt werden. Die EGG ist nachhaltig, bürgernah, kommunal und wirtschaftlich erfolgreich.
Mit der Erweiterung des Solarparks Görgeshausen III setzen die Ortsgemeinde und ihr Partner, die Energieversorgung Mittelrhein (evm), damit ein weiteres Zeichen für den Ausbau erneuerbarer Energien in der Region. Die Bürgerinnen und Bürger von Görgeshausen waren eingeladen, den Spatenstich mitzuerleben. Aber ihre Beteiligung geht über das Zuschauen hinaus: Die Energiegesellschaft Görgeshausen (EGG), unter deren Dach die evm und die Ortsgemeinde den Solarpark betreiben, wird ein Bürgerbeteiligungsmodell anbieten, das den Menschen vor Ort ermöglicht, aktiv von dem Solarpark vor ihrer Haustür zu profitieren. Details dazu folgen bald und werden in einer eigenen Bürgerversammlung durch die Gesellschafter bekannt gegeben, sobald die BaFin den Antrag genehmigt hat.
„Der Solarpark ist ein Vorzeigeprojekt für unsere Gemeinde. Ein besonderer Dank gilt den Eigentümerinnen und Eigentümern, die ihre Flächen für die Erweiterung an die Ortsgemeinde Görgeshausen verkauft haben. Ohne ihre Bereitschaft wäre dieses Projekt nicht möglich gewesen“, so Bürgermeister Martin Bendel beim Spatenstich. „Wir freuen uns, dass die Erweiterung nun startet und unsere Bürgerinnen und Bürger die Chance bekommen, sich direkt zu beteiligen. Das kennen einige bereits aus den vergangenen Jahren. Das Interesse und die Akzeptanz am Solarpark waren immer sehr hoch.“ Auch Dr. Steffen Weil, Bereichsleiter Erzeugung und Energieanwendungen bei der evm, unterstrich die Bedeutung des Projekts: „Mit dem Spatenstich machen wir die Energiewende sichtbar. Die Bürgerbeteiligung ist uns besonders wichtig, sie schafft Transparenz und bringt die Wertschöpfung in die Region. Gleichzeitig bauen wir die Stromerzeugung im nördlichen Rheinland-Pfalz gezielt aus, mit Blick auf unsere klare Zielsetzung: Bis 2035 den gesamten Strombedarf unserer Privat- und Gewerbekunden aus lokaler Energie zu decken.“
„Gerne geben wir unsere Expertise und unsere Erfahrungen an interessierte Ortsgemeinden weiter, leider sind die bei der Verbandsgemeindeverwaltung in Montabaur nicht gefragt, das ist für alle Beteiligten sehr schade“, äußerte der Ortsbürgermeister von Görgeshausen sein Bedauern über die Zusammenarbeit mit der Verwaltung und der AÖR.
Die Erweiterung umfasst rund 6.600 Module auf einer Fläche von 5,5 Hektar. Dafür investiert die EGG rund 2,1 Millionen Euro. In den kommenden Wochen beginnen die Bauarbeiten für die Modulaufstellung und die technische Infrastruktur. Nach Abschluss der Montage folgt die Netzanbindung, sodass die Inbetriebnahme wie geplant im zweiten Quartal 2026 erfolgen kann. Wie schon bei den anderen Bauabschnitten wird das nun begonnene Projekt mit der Firma Enatek aus Hadamar umgesetzt.
Zusätzlich wird aktuell die Integration eines Batteriespeichers geprüft, um die Flexibilität des Solarparks weiter zu erhöhen. Der Antrag beim Netzbetreiber wurde bereits gestellt. Mit dem geplanten Speicher kann die vor Ort erzeugte Energie bedarfsgerecht genutzt werden – ein wichtiger Schritt für eine effiziente und nachhaltige Stromversorgung.
Martin Bendel
Ortsbürgermeister


